Der Duft der Großstadt

Döner, Brötchen, Abgase, Blumen, Wiesen, Müll, Hundekot…Es gibt wohl hunderttausend verschiedene Düfte in Berlin. Man geht durch die Straßen und die Nase wird von den unterschiedlichsten Gerüchen gekitzelt. Aber der unübertrefflichste Geruch ist wohl der von vielen Menschen, die bei 30° im Schatten eine Fahrgemeinschaft bilden und mit der Straßenbahn durch die Stadt gondeln.
Öffnet sich die Tür, ist es wirklich eine wahre Freude sich noch dazwischenquetschen zu dürfen. Da stört es nicht, dass einige auf ihren Platz an der Sonne zumindest für diese Fahrt verzichten müssen. Immer rein in das Vergnügen. Da wird gedrängelt und geschubst, denn niemand will dieses Abenteuer verpassen. Dann geht es los, eine Fahrt mitten in einer zauberhaften Welt. Hier gibt es immer was zu erleben. Von Feuchtbiotopen unter den Achseln über Stirnwasserfälle bis hin zu Urwäldern auf den Rücken. Biologen könnten die unglaublichsten Doktorarbeiten über die Flora in der Tram schreiben. Es ist eine helle Freude an sämtlichen Körperteilen zu riechen, die einem unter die Nase gehalten werden. Aber damit ist es wohl leider bald vorbei! Die BVG hat aufgerüstet. Jetzt pendeln schon fahrende Kühlschränke durch die Stadt. Drauf steht ganz groß ICE. Naja, so ist der einzigartige Lebensraum Straßenbahn also vom Aussterben bedroht. Der Duft der Großstadt wird sich verändern und Berlin verliert damit wohl einen wichtigen Nährboden für neue Bekanntschaften.

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