Der lange Weg zum neuen Heimkinosystem – Zweites Kapitel: Philips, Samsung und Amazon

Als eigentlicher Verfechter des stationären Handels, war ich nach meiner Erfahrung mit dem Elektronikmarkt Saturn etwas betrübt. Der Grundgedanke war bisher: lokal im Handel kaufen, damit man weniger Probleme bei Service, Reklamation und Co hat. Die Rechnung ist aber leider überhaupt nicht aufgegangen. Man kann dem Verkäufer dort einiges Vorwerfen, aber sicher keine Fachkompetenz. Es ist mir ein Rätsel, wieso Menschen nicht zugeben können, wenn sie etwas nicht wissen! Wieso kann man nicht einfach dazu stehen und sich gleichzeitig informieren, um die Wissenslücke zu schließen. Damit ist dem Kunden doch deutlich mehr geholfen, als wenn man falsche Informationen weitergibt. Hinterher aber noch zu behaupten, dass man nicht falsch beraten hat, ist schon eine Frechheit. Nun denn, wenn die großen Ketten es nicht nötig haben… Sollen sie sich eben selbst richten 😉 Ich wollte doch nur das, was grad in ist – DLNA im Wohnzimmer.

Gott sei Dank gibt es Amazon!

Bisher habe ich nur gute Erfahrungen mit dem Service bei Amazon gemacht. Also was soll es. Prinzipien über Bord geworfen und ran ans Bestellformular.

Wichtigste Kriterien bei der Auswahl der neuen Anlage waren neben den technischen Spezifikationen der Preis und auch die Bewertungen. Problematisch wird das allerdings bei ganz neuen Produkten. Wenn alle erst warten, bis eine oder besser mehrere Rezensionen verfasst wurden, dann warten alle vergeblich. Es muss also jemand ins kalte Wasser springen und einfach ausprobieren. Zu verlieren hat man eigentlich nur Zeit, falls einem das Produkt doch nicht gefällt und man es zurückschicken muss.

Philips

Als erstes habe ich also eine Anlage von Philips ausprobiert. Vom Datenblatt sah die Anlage wirklich gut aus. Leistung der Lautsprecher, Funktionsumfang – alles schien zu passen. Wifi war zwar nicht direkt integriert, konnte aber per USB-Stick nachgerüstet werden. Das ist nicht besonders elegant gelöst, da der Stick an der Frontseite eingesteckt werden muss. Dennoch habe ich dem Gerät eine Chance gegeben, versprach es doch DLNA zertifiziert zu sein. Auch die Kommentare bei Amazon bestätigten dies. Leider wurde bereits hier nur die Richtung beschrieben, welche ich nicht wirklich wollte: von der Anlage auf einen Mediaserver zugreifen. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass diese Informationen unvollständig sind. Aus der Vergangenheit wusste ich, dass Philips ganz ordentliche Heimkinoanlagen bauen kann und so bestellte ich schließlich die Philips HTS4562/12.

Aus dem Datenblatt wusste ich bereits, dass die Kabel für die Lautsprecher teilweise zu kurz bemessen waren. Ein Hinweis auf der Webseite von Philips machte mich aber darauf aufmerksam, dass man kostenlos Verlängerungskabel erhalten kann. Kurzerhand habe ich also den Support angeschrieben und die Seriennummer der Anlage übermittelt. Ein paar Tage später lagen die Kabel im Briefkasten. Das nenne ich Service!

Wie nicht anders zu erwarten verlief die Installation reibungslos und der Sound konnte überzeugen. Die Menüs waren ordentlich strukturiert und die Anlage ließ sich ohne Verzögerungen bedienen und spielte alle DVDs und BluRays ab, die man ihr vorwarf. Im Netzwerkmenü fand ich auch schnell die Option im WLAN nach einem Mediaserver zu suchen. Davon motiviert schmiss ich mein Handy an, um die Verbindung zu testen. Die Ernüchterung folgte postwendend. Es wurde kein Player im Netzwerk gefunden. Ich ahnte es schon und nach kurzer Zeit googeln, bestätigte sich der Verdacht. Es geht nicht! Bei Philips heißt das Zauberwort „SimplyShare“. Leider brachte die Anlage dies nicht mit. Schade! Denn eigentlich kann das ja nur eine Frage der Software sein. Hilft aber alles nichts – Mission failed!

Also habe ich die Anlage wieder eingepackt und an Amazon zurückgeschickt. Das klappte wie immer ohne Probleme. Kurze Zeit später wurde mir der Kaufbetrag auf dem Konto gutgeschrieben. Aber nun stand ich wieder ohne Anlage da!

Samsung

Wieder durchforstete ich die Angebote bei Amazon. Las Produktbewertungen dort und auf anderen Plattformen, studiert Handbücher und fragte Freunde. Einige Stunden später stand die Entscheidung fest: die Samsung HT-E5500 sollte es werden. Ganz sicher war ich mir aber schon bei der Bestellung nicht, waren doch die Bewertungen nicht eindeutig und auch die Meinung von Freunden ging beim Thema Samsung auseinander.

Eins vorne weg: alle gewünschten Funktionen brachte die Samsung-Anlage mit! Endlich konnte ich Musik, Videos und Bilder direkt übertragen. Aber, es gibt ein Aber 😉
Die Software der Anlage ist einfach nicht ausgereift. Immer wieder gab es verschiedene Probleme. Mal konnte ein gewünschtes Kapitel einer DVD nicht abgespielt werden, mal funktionierte etwas anderes nicht. Benutzerfreundlichkeit konnte man der Software auch nicht nachsagen. Der Browser war wegen der unglaublich langsamen Eingabe nicht benutzbar. Egal an welcher Stelle, die Bedienung machte keinen Spaß.

Zudem war die Lautstärke oft sehr unausgeglichen. Angeblich sollte die Software dafür sorgen, dass der Unterschied zwischen leisen und lauten Szenen nicht zu groß ist. Das hat überhaupt nicht funktioniert. Spannend wurde der Versuch, die Probleme mit einem Software-Update zu beheben. Dazu wollte ich die praktische Online-Funktion nutzen und startete den Download, der auch erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Installation habe ich jedoch aus irgendeinem Grund abgebrochen. Daraufhin versuchte ich es über einen USB-Stick, aber die Anlage wollte das Update einfach nicht erkennen. Also musste ich doch die automatische Update-Funktion erneut bemühen. Doch nun meldete mir die Anlage, dass keine neuere Firmware-Version verfügbar sei. Toll! USB funktioniert nicht und die Anlage verweigert den erneuten Download. Schließlich fand ich im Menü einen Punkt Archiv. Dort wurde das Update scheinbar abgelegt und konnte von dort auch ausgeführt werden. Aus Usability-Perspektive eine glatte sechs! Außerdem hat das Update nichts gebracht.

Daraufhin habe ich den Support von Amazon kontaktiert, um die Anlage zu reklamieren. Leider stellte man mir zunächst eine Bearbeitungszeit von mehreren Wochen in Aussicht, da die Anlage zum Hersteller eingeschickt würde – vielleicht ginge der Direktkontakt schneller. Das war nicht das, was ich hören wollte. Scheinbar war aber auch die Supportmitarbeiterin von Amazon mit der Situation nicht zufrieden. Fünf Minuten später rief sie mich nämlich zurück und machte mir aus Kulanz das Angebot, die Anlage einfach so zurück zu nehmen. Das war natürlich eine Lösung ganz nach meinem Geschmack, weil ich so nicht ewig lange auf ein Heimkinosystem verzichten musste.

Also alles wieder auf Anfang! Eine neue Anlage muss her 😉

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